HVW | Verbandstag 2020

Handballverband Württemberg hält 34. Verbandstag virtuell ab

Handballverband Württemberg hält 34. Verbandstag virtuell ab

Spiele der Hinrunde sind gecancelt, gespielte Ergebnisse werden gewertet

Neu-Start wird frühestens am Wochenende 6./7. Februar 2021 erfolgen

Personell gab es bei den Wahlen nur unwesentliche Veränderungen, aber über den weiteren Ablauf der nach drei Spieltagen wegen der Corona-Pandemie abgebrochenen Saison herrscht jetzt Klarheit: Der 34. Ordentliche Verbandstag des Handballverbandes Württemberg (HVW) beschloss – erstmals als virtuelle Versammlung abgehalten – die Weiterführung der Saison 2020/2021 für Männer und Frauen erst in der Rückrunde, frühestens am Wochenende 6./7. Februar 2021.

Präsident Hans Artschwager (Hildrizhausen) geht nach der erneuten Wahl in seine fünfte Amtsperiode an der Spitze des zweitgrößten Landesverbandes im Deutschen Handballbund (DHB). Die weiteren Mitglieder seines Präsidiums erhielten ebenfalls eindeutige Voten der insgesamt 138 Delegierten und Teilnehmer des Verbandstages. Aus dem Gremium schied lediglich Edwin Gahai (Oberstenfeld) aus, der bereits im Februar beim Verbandsjugendtag in Stetten/Remstal den Vorsitz des Ausschusses Jugend, Schule, Bildung an Michael Daiber (Böblingen) übergeben hatte.

Wichtigster Punkt der Tagesordnung des rund zwei Stunden dauernden Verbandstages war der Dringlichkeitsantrag des Präsidiums zur Fortführung des Spielbetriebs der Männer und Frauen in der laufenden Saison 2020/2021. Dieser war bereits am vierten Spieltag Ende Oktober wegen der explosionsartigen Erhöhung der Corona-Infektionszahlen und des dadurch vom Bund verordneten Lockdowns komplett eingestellt worden. Dem Vorschlag des Präsidiums folgten schließlich mit 98 Ja-Stimmen, neun Enthaltungen und 15 Gegenstimmen die große Mehrheit der abstimmungs- berechtigten Delegierten. Zuvor hatte Michael Roll (Heilbronn), der Vorsitzende des Ausschusses Spieltechnik, die Hintergründe und Überlegungen des Ausschusses noch einmal erläutert. Die bereits ausgetragenen Begegnungen werden nun also gewertet, die restlichen Spiele der Vorrunde abgesetzt, und die Saison wird erst mit der Rückrunde (ursprünglich geplanter Start 16./17. Januar 2021) weitergeführt.

„Weil aber die ersten drei Spieltage ja schon im Oktober gespielt worden sind und jede Paarung nur einmal stattfinden darf, verschiebt sich der Re-Start entsprechend nach hinten“, erläuterte Roll. „Dadurch geht es nun frühestens am Wochenende 6./7. Februar weiter.“ Erneut ausfallende Partien könnten am Ende der Rückrunde oder an Terminen von bereits in der Vorrunde gespielten Begegnungen nachgeholt werden.

Die Qualifikation hat bei der Jugend „oberste Priorität!“

Komplizierter ist die Situation im Jugendbereich. „Oberste Priorität für uns hat die korrekte Durchführung der Qualifikation, die Mitte März beginnt“, so Michael Roll. Die aktuellen Tabellen nach dem Stopp durch die Politik zeigten, dass manche Teams schon alle drei Spiele hinter sich haben, andere jedoch noch keine Partie bestreiten konnten. „Der aktuelle Meisterschaftsspielbetrieb kann unter diesen Umständen nicht mehr zufriedenstellend durchgeführt werden, eine komplette Runde bis zur Qualifikation ist – schon allein zeitlich – nicht mehr möglich“, unterstreicht der Spieltechniker. Deshalb könnten die angesetzten Begegnungen zwar gespielt („als Vorbereitung für die Quali etwa“), für eine Meisterrunde aber nicht gewertet werden.

In seiner Begrüßung zu „diesem besonderen Verbandstag in Pandemiezeiten“ hatte Hans Artschwager daran erinnert, dass die Veranstaltung ursprünglich im Mai in Holzgerlingen und dann Ende November in Nürtingen geplant war und dankte beiden Kommunen für ihre Bereitschaft, den HVW zu beherbergen. Für den virtuellen Verbandstag nutzten Teile des Präsidiums die großzügigen Räumlichkeiten und die Technik des Röhm-Verlages Sindelfingen, Artschwagers Dank galt deshalb dem Verlagsleiter und „alten Handballer“ Hans-Jörg Zürn für die Unterstützung.

Nach der Totenehrung ging der Präsident auf die aktuelle Lage und die Beschränkungen ein und bedankte sich bei seinem Präsidium, den Ausschüssen und der Geschäftsstelle für das große Engagement. „Die letzten Monate waren nicht einfach, aber wir haben alle an einem Strang gezogen und das Beste aus der vertrackten Situation gemacht!“ Im Rückblick auf die letzten drei Jahre seit dem Verbandstag 2017 erwähnte er die Frauen-WM in Bietigheim-Bissingen im Dezember 2017, den zweimaligen Gewinn der in Württemberg ausgetragenen Deutschland-Cups der weiblichen Jugend, die Vormachtstellung der württembergischen Vereine in der Frauen-Bundesliga mit dem Titelgewinn der SG BBM Bietigheim sowie den drei Männer-Bundesligisten FA Göppingen, TVB Stuttgart und – nach dem Wiederaufstieg – HBW Balingen.

Drei Württemberger „mischen“ im DHB an führenden Positionen mit

Das 15-jährige Bestehen des „Vereins der Freunde und Förderer des Handballs in Württemberg“ mit dem HVW-Ehrenpräsidenten Bernhard Bauer (Leonberg) an der Spitze 2018, die Zusammenarbeit mit dem DHB („In Mark Schober als Vorsitzendem, Sport-Vorstand Axel Kromer und mir als Präsidiumsmitglied der Landesverbände haben wir dort drei Württemberger am Start“), die Schiedsrichterthematik, die Zusammenarbeit innerhalb „Handball Baden-Württemberg“, der Kooperation der Verbände von Baden, Südbaden und Württemberg, sowie Problemlösungen zur Mitgliedergewinnung waren weitere Punkte, die Artschwager ansprach. „Ich bin der festen Überzeugung, dass sich die Zukunft des Handballs durch verstärkte Präsenz an den Schulen entscheidet, deshalb brauchen wir strategische Allianzen!“

Zum Abschluss des Verbandstages danke Hans Artschwager den Delegierten für das Vertrauen und die Zusammenarbeit und blickte noch in die Zukunft. Die Junioren-WM 2023, die Männer-EM 2024, die Frauen-WM 2025 (zusammen mit den Niederlanden) und die Männer-WM 2027 – alles in Deutschland – müsse man unbedingt „nutzen, um Kinder und Jugendliche an den Handball heranzuführen“. Der Nachwuchs habe jetzt fast ein Jahr nicht mehr spielen können, „wir müssen dafür sorgen, dass die Kids beim Handball bleiben“.

Die von Horst Flum geleiteten Wahlen brachten bei den Besetzungen von Präsidium und den Verbandsausschüssen eine große Kontinuität. Bis auf vier Ausnahmen wegen Rückzugs wurden alle bisherigen Amtsinhaberinnen und Amtsinhaber bestätigt. Für weitere drei Jahre gewählt wurden: Präsident Hans Artschwager (Hildrizhausen), Vizepräsident Finanzen und Verwaltung Rudolf Pfahl (Remseck), Vizepräsident Bezirke Heiko Griebel (Röthenbach/Allgäu), Vizepräsident Jugend und Vorsitzender Ausschuss Jugend, Schule, Bildung Michael Daiber (Böblingen), Vorsitzender Ausschuss Spieltechnik Michael Roll (Heilbronn), Vorsitzender Lehre und Leistung Nico Kiener (Herrenberg), Vorsitzender Ausschuss Schiedsrichter Dirk Zeiher (Geislingen), Vorsitzende Ausschuss Frauen Ilka Korn (Abstatt) und Vorsitzender Ausschuss Recht Horst Flum (Sachsenheim).

Komplett bestätigt und damit wiedergewählt wurde das Verbandsgericht mit dem Vorsitzenden Dietmar Straub (Nürtingen) und den Beisitzern Otto Staudinger (Metzingen), Tilo Haffa (Esslingen), Jürgen Amrehn (Stuttgart), Horst Hornek (Esslingen), Dr. Eckhard Barth (Altbach), Joachim Bauer (Hechingen) und Martin Frank (Oppenweiler).

Die erste Kammer des Verbandsschiedsgerichts setzt sich wie folgt zusammen: Vorsitzender Bernd Bleile (Tübingen) mit den Beisitzern Hans-Ulrich Singer (Flein), Siegfried Mauthe (Steinheim-Kleinbottwar), Ann-Kathrin Laure (Stuttgart, neu), Günter Düring (Dettingen/Erms), Hans-Peter Zaunseder (Bad Boll), Volker Hegel (Nagold), Helmut Götz (Talheim) und Claudia Mahler (Blaubeuren).

Zwei neue Namen stehen jetzt in der Besetzungsliste der zweiten Kammer des Verbandsschiedsgerichts: Dr. Jascha Seitz (Stuttgart) ist neuer Vorsitzender, Beisitzer sind Markus Häge (Ulm), Stephan Meneghini (Neu-Ulm), Bernd Bleile (Tübingen), Jochen Thierauf (Neuhausen/Filder, neu), Marc Günther (Tübingen),Günther Böss (Renningen) und Ulrich Fehrlen (Esslingen). Ohne Gegenstimmen gewählt wurden die vier Kassenprüfer Hans Brodbeck (Göppingen), Armin Pfister (Backnang), Michael Stark (Remseck) und Oliver Grötsch (Winnenden).

Ehrungen mit DHB- und HVW-Ehrennadeln ausgezeichnet

Für ihre Verdienste um den Handball in der Vergangenheit erhielten die DHB-Ehrennadel in Silber Edwin Gahai (Oberstenfeld), Norbert Schmidtke (Esslingen) und Wolfgang May (Blaustein). Mit der HVW-Ehrennadel in Gold wurde Axel Speidel (Asperg) geehrt, HVW-Silber gab es für Ralf Becker (Eriskirch), Bernd Bleile (Tübingen) und Dietmar Straub (Nürtingen).

Aus ihren bisherigen, zum Teil langjährigen Funktionen verabschiedet wurden Vanessa Frey (Weil im Schönbuch, Beisitzerin im Frauen-Ausschuss), Ralf Becker (Eriskirch, Vorsitzender der zweiten Kammer Sportgericht), Marko Baisch (Stuttgart, Beisitzer der zweiten Kammer Sportgericht), Edwin Gahai (Oberstenfeld, Vizepräsident Jugend) und Norbert Schmidtke (Esslingen, Sachverständiger Ausschuss Finanzen und Verwaltung).